Impulse und Mitteilungen
Hier finden Sie „Orientierung“: Impulse und Mitteilungen der Kirchengemeinden Rottweils über aktuelle Themen, Anstöße für den Alltag und Hinweise zu bevorstehenden Festen. Alle Artikel erscheinen alle zwei Wochen in der Samstagsausgabe des Schwarzwälder Boten.
Orientierung 08 vom 18. April 2026
Impulse für den Alltag
Es ist ein Hauptelement von Schweigeexerzitien
- Von Michael Becker
Klassiker: Mutter ist mit kleinem Kind im Gottesdienst. Zu Beginn sitzt der Kleine brav neben der Mama. Aber irgendwann wird es ihm langweilig und er will die Kirche erkunden. Er wird unruhig, fängt zu quengeln an, Mutter wird unruhig, spürt die ersten Blicke rundherum auf sich und interpretiert diese als missbilligend, ungehalten, ärgerlich. Sie versucht, dem Kind zuzureden, Einhalt zu gebieten.
Das Kind spürt die Angespanntheit der Mutter und fängt an zu schreien. Dabei entdeckt das Kind, wie schön es in der Kirche hallt und schreit umso lauter. Die Mutter gibt entnervt auf und verlässt wütend den Gottesdienst.
Keine Sorge, jetzt kommen keine Erziehungstipps. In der Ostergeschichte in Johannes 20 ist mir ein kleines Detail aufgefallen: „Und Maria weinte vor dem Grab. Und als sie so dahinweinte, sprechen zwei Engel zu ihr und fragen: Was weinst du?
Diese Natürlichkeit des Weinens ist mir aufgefallen: Kein „Beruhig dich! Ist doch alles nicht so schlimm, er lebt doch. Nein, Maria ist traurig und deshalb weint sie.
Wie verbogen und gestresst wir doch oft sind, weil sich in uns Stimmen melden: Das gehört sich nicht, das ist nicht richtig usw. Wie wohltuend ist da ein Engel, der das einfach wahrnimmt, was da in mir lebt. Denn es kommt aus mir. Und wenn das Tränen sind, dann sind das Tränen. Wenn es Angst ist, dann ist es Angst usw. Das ist übrigens eins der Hauptelemente von Schweigeexerzitien: Kommen lassen, was kommen möchte, wer weiß, was es sagen möchte.
Thomas ist nicht ungläubig
Die wichtige Frage nach den Wunden von Jesus Christus
- Von Timo Weber
Der Jünger Thomas möchte die Wunden Jesu sehen, um an dessen Auferstehung glauben zu können. Viele kennen ihn als den ungläubigen Thomas. Ich bin ihm dankbar für seine Frage.
Ich sehe in ihm den, der etwas Entscheidendes von Jesus gelernt hat und dies sich nun auch nicht durch irgendein Wunder abkaufen lassen will. Für Thomas hängt der Glaube nicht einfach daran, dass ein Toter aus dem Grab gestiegen ist.
Und sei so eine Überraschung auch noch so verlässlich und gut belegt: Für Thomas kann sie den Glauben nicht begründen, sondern allein das Vertrauen, dass der Auferstandene tatsächlich der ist, der gelitten hat, dass der Auferstandene wirklich der ist, der unter uns gelebt, der unser Schicksal geteilt, der unsere Not gesehen und am eigenen Leib erfahren hat. „Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meine Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht“ sagt Thomas.
Thomas will keinen Geist aus dem Grabe. Er will keinen auferstandenen Irgendwen, den Tod und Schmerz nicht mehr berühren. Thomas will den Christus mit Wunden, denn allein einem Gott, der diese Welt, unser Leben und unseren Tod kennt, kann er glauben und vertrauen und nachfolgen. Thomas ist nicht ungläubig. Gerade weil er Jesus geglaubt und von ihm gelernt hat, was Glaube wirklich bedeutet, will er wissen, was es mit diesem Auferstandenen auf sich hat, von dem die anderen Jünger reden. Fromme Worte: „Er ist auferstanden!“ sind ihm zu wenig. Ein leeres Grab ist ihm zu wenig.
Aber die Wunden des Auferstandenen zeigen ihm: Auf diesen Gott kann ich bauen, denn er ist kein ferner Gott, er ist der Gott, der diese Welt kennt, das Leben, den Schrecken, den Tod. Diesem Gott geht es nicht um sich, dem geht es um mich. Diesem Gott kann man trauen.
Der Auferstandene Foto: Timo Weber
Die Kirsche auf der Torte
- von Nina Strasser
An den drei Sonntagen nach Ostern werden in unserer Seelsorgeeinheit (SE4) Erstkommunionen gefeiert. Insgesamt werden aus allen Gemeinden 52 Kinder die Erstkommunion empfangen. Zusammen mit der Taufe und der später folgenden Firmung gehört die Erstkommunion zur sogenannten ‚Initiation‘, durch die die Erstkommunikanten in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen werden. Bereits seit November wurden die Kinder auf den großen Tag vorbereitet. Die Vorbereitung erfolgte dieses Mal nach dem sogenannten ‚Schwarzwälder-Kirschtorten-Modell‘, das das Pastoralteam entwickelt hat. Neben der Vorbereitung in der Familie, die die Basis für die gesamte Vorbereitung bildet, gab es verschiedene ‚Schichten‘ der Vorbereitung: einzelne Nachmittage, an denen z. B. Kerzen gebastelt und einzelne Glaubensinhalte vermittelt wurden, aber auch immer wieder Gottesdienste in den Gemeinden, bei denen die Kinder bereits die Gemeinde und den Gottesdienst mit seinen Abläufen kennenlernen durften. Die Kirsche auf der Torte ist die abschließende Erstkommunion.
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