Impulse und Mitteilungen
Hier finden Sie „Orientierung“: Impulse und Mitteilungen der Kirchengemeinden Rottweils über aktuelle Themen, Anstöße für den Alltag und Hinweise zu bevorstehenden Festen. Alle Artikel erscheinen alle zwei Wochen in der Samstagsausgabe des Schwarzwälder Boten.
Orientierung 03 vom 07. Februar 2026
Impulse für den Alltag
Jedem zur Freud‘, niemandem zum Leid
- Von Michael Becker
Über die vier Grundgefühle Freude, Trauer, Wut und Angst habe ich Ihnen bereits geschrieben. Freude wird lebendig, wenn wir etwas bekommen.
Etwas von außen bereichert uns. Das kann wie im Bild nebenan ein Stück Schokolade sein, das kann ein Kompliment sein, welches mein Selbstwertgefühl hebt, das kann die Verbindung zu einem anderen Menschen sein, wenn man eine Freude an etwas teilt.
Normalerweise springt der Freudefunke über vom Geber zum Empfänger und wieder zurück. Aber nicht immer. Und das ist die Kunst. Das funktioniert nämlich nicht, wenn der Geber sich selbst mit Freude beschenken will
Wenn ich mich über das Missgeschick eines anderen lustig mache, habe ich den Spaß und der andere lacht im besten Fall halt mit, aber wenn er ehrlich ist … Wie sagt man so schön? Schadenfreude ist die schönste Freude – zumindest für den, der den Schaden nicht hat. Denn der hat die Lacher auf seiner Seite und muss nicht dafür bezahlen. Das macht der, auf dessen Kosten gelacht wird.
Etwas anderes ist es, wenn ich andere einlade, mit mir über meine Missgeschicke zu lachen, das verbindet, weil wir beide wissen, dass uns unsere Unvollkommenheit eint und das schenkt Freude und Freundschaft, aber auch nur, wenn der, dem ich mein Missgeschick anbiete, diesen feinen Faden aufzunehmen weiß und sich nicht über mich lustig macht.
Über sich selbst lachen können, ohne fürchten zu müssen, ausgelacht zu werden, das ist es.
Ein Stück Fasnet im Alltag
Eine Idee, wie närrische Werte einen das ganze Jahr stärken können.
- Von Jürgen Rieger
Nächste Woche erreicht die Fasnet ihren Höhepunkt: Seit dem 6. Januar erklingt der Narrenmarsch bis am Fasnetsmontag viele in ihr Kleidle schlüpfen, „d Stadt nab“ gehen und den Menschen am Rand oder in ihren Häusern „aufsagen“. „Jedem zur Freud und niemand(em) zum Leid!“
Es wäre doch traurig, wenn am Aschermittwoch die ganze Freude vorbei wäre! Was können wir von der Fasnet mitnehmen in den Alltag? Zunächst einmal die Unbefangenheit im Umgang miteinander. Das macht doch die Fasnet so schön, dass jede/r jede/n einfach so ansprechen kann.
Die Menschen gehen unbeschwerter miteinander um, sie zeigen ganz offen ihre fröhliche Laune. Menschen haken sich ineinander und schunkeln und singen zusammen. An der Fasnet ist vieles möglich, was sonst unvorstellbar erscheint. Und ich denke, etwas von dieser fröhlichen Unbefangenheit im Umgang miteinander sollten wir in unseren Alltag hinüberretten.
Es würde unser Leben bestimmt froher und gelassener machen. „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Dieses Motto könnte uns auch in den Alltag begleiten.
Sicher, es gibt vieles in unserer Zeit, worüber wir vielleicht lieber weinen würden: die weltweiten Kriege und Krisen, die immer neuen Umweltkatastrophen, die Nachrichten von Mord und Folter, Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang, Einsamkeit so vieler Menschen… Aber so real wie das Elend ist auch das Gute, sind Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, mögliche Friedensverhandlungen und glückliche Menschen. Und deshalb dürfen wir trotz des Elends auch Fasnet feiern. Damit orientieren wir uns auch an Jesus; denn er wusste um die Not der Menschen, um ihre Schmerzen, Sorgen und um ihre Angst.
Und trotzdem konnte er feiern, mit seinen Freunden essen und trinken. Als Fresser und Säufer wurde er beschimpft (vgl. Mt 11,19) – ganz klar ein Zeichen dafür, dass er sich des Lebens freuen konnte.
Foto: Michael Becker
Pärchensegen zu Fasnet
- Von Michael Becker
Am Fasnetssonntag lädt die katholische Kirchengemeinde Auferstehung Christi zu einem „Fasnetsmuffelvalentinstagspärchengottesdienst“ ein. Eigentlich müsste es ja „Skifahrervalentinstagspärchengottesdienst“ heißen, da es Fasnetsmuffel in Rottweil höchstens vereinzelt und nur heimlich gibt. Aber da es in diesem von Engagierten der Kirchengemeinde vorbereiteten Gottesdienst weniger um die Nicht-Fasnet sondern eher um die Pärchen geht, ist das eigentlich gleichgültig. Am Samstag vor der Fasnet begehen wir den Valentinstag, nicht nur zur Freude der Blumenhändler, sondern auch und vor allem, um die Liebe zwischen zwei Menschen zu feiern. Wenn zwei Menschen sich finden, verlieben und für ein Leben zu zweit entscheiden, ist das ein Geschenk, das man nicht genug ehren kann. Damit das auch ein Leben lang hält, braucht es Gelegenheiten, an denen das gefeiert und zelebriert wird. Deshalb der Gottesdienst. Ein Segen für anwesende Paare darf dabei natürlich nicht fehlen. Am Sonntag, 15.02.26 um 11.00 Uhr in Auferstehung Christi. Es dürfen natürlich nicht nur Paare kommen, selbstredend.
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