Impulse und Mitteilungen
Hier finden Sie „Orientierung“: Impulse und Mitteilungen der Kirchengemeinden Rottweils über aktuelle Themen, Anstöße für den Alltag und Hinweise zu bevorstehenden Festen. Alle Artikel erscheinen alle zwei Wochen in der Samstagsausgabe des Schwarzwälder Boten.
Orientierung 14 vom 11. Juli 2026
Impulse für den Alltag
Wie gut tun klare Ansagen
Ja ist Ja, Nein ist Nein
- Von Michael Becker
Neulich eine Durchsage im Intercity zwischen Rottweil und Zürich: „Liebe Fahrgäste, wir haben derzeit eine Verspätung von 15 Minuten. Gerade erfahren wir, dass unser Zug heute nur bis Schaffhausen fährt. Wir wissen auch nicht, warum, haben es gerade per SMS erfahren. Tut uns leid.“
Wenn der Zug 15 Minuten Verspätung hat, dann lassen ihn die Schweizer nicht mehr ins Land, das weiß jeder regelmäßige Fahrgast, nur offensichtlich der Zugbegleiter nicht oder er wollte es nicht wissen und dachte, er spielt jetzt mal den Ahnungslosen.
Jemanden, der sich so aus der Verantwortung stiehlt, nimmt man nicht ernst. Ist ja bei Politikern auch so, sie stehen im Ranking der vertrauenswürdigen Berufe ganz unten, weil man ihnen ihre Worte nicht glaubt. Ich finde, das haben Politiker nicht verdient, sie sind meist besser als ihr Ruf.
In welchem Zustand ist eine Gesellschaft, in der ich einem Wort nicht trauen kann und das jeder normal findet und auf der anderen Seite die Menschen in Scharen denen hinterherlaufen, die ihnen sagen, was sie hören wollen, obwohl alle wissen, dass das nie sein kann.
Sehnsucht nach verlässlicher Wahrheit
Die Lüge auf der einen und die Sehnsucht nach verlässlicher Wahrheit auf der anderen sind wie Brennpunkte einer Ellipse.
Ganz oben im Ranking der Berufe stehen übrigens Feuerwehrleute, weil die sich für andere in Lebensgefahr begeben. Sie debattieren nicht erst über das Feuer, sondern löschen es.
Jesus hatte dazu eine klare Haltung: Euer Ja sei ein Ja und euer Nein ein Nein, alles weitere ist von Übel. Klare Ansage.
Die Mitte gut machen
Wir leben und erfahren immer nur heute und immer nur jetzt
- Von Nina-Marie Strasser
„Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht.“ Diese Zeile kann nur für kurze Zeit im Jahr gesungen werden. Gerade das macht ihren besonderen Reiz aus. Sie stammt aus einem Lied, das erst seit einigen Jahren seinen Platz in unserem Gesangbuch gefunden hat.
Mich begeistert es nicht nur wegen seiner eingängigen Melodie, sondern vor allem wegen seiner eindrucksvollen Bilder. Die Waage, von der in der ersten Strophe die Rede ist, ist einerseits das Sternbild, das im Sommer am südlichen Himmel sichtbar wird. Andererseits steht sie sinnbildlich für den besonderen Moment des Jahres, in dem beide Hälften gleich schwer auf der Waage liegen.
Dieses Bild lädt dazu ein, den Augenblick bewusst wahrzunehmen. Zwischen dem, was hinter uns liegt, und dem, was noch vor uns liegt, eröffnet sich ein Raum des Gleichgewichts. Oft kreisen unsere Gedanken um Vergangenes oder richten sich sorgenvoll auf Kommendes. Das Lied erinnert daran, dass unser Leben immer im Heute geschieht.
Gerade dieser gegenwärtige Moment ist der Ort, an dem Gott uns begegnet. Seine Schöpfung zeigt sich nicht nur in den großen Zusammenhängen der Natur, sondern auch im Rhythmus der Zeit. Wachsen und Reifen, Blühen und Vergehen gehören gleichermaßen zu seinem schöpferischen Wirken. Jeder Augenblick ist Teil dieser Schöpfung und birgt die Möglichkeit, Gottes Nähe neu zu entdecken.
So wird die Bitte des Liedes zu einer Einladung für unser eigenes Leben: „Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut.“ Wer den gegenwärtigen Moment als Geschenk annimmt, entdeckt darin neue Kraft und Zuversicht.
Die Mitte des Jahres lädt dazu ein, dankbar auf das Gewachsene zu schauen, offen zu bleiben für das, was entstehen will, und darauf zu vertrauen, dass Gottes schöpferische Liebe unser Leben Tag für Tag begleitet.
Das Jahr auf seinem Höhepunkt Foto: Nina Maria Strasser
Gemeindefest und Taizégebet
- Von Michael Becker
Am morgigen Sonntag feiert die Rottweiler Münstergemeinde wieder ihr alljährliches Gemeindefest. In bewährter Tradition beginnt der Tag mit dem Familiengottesdienst im Heilig-Kreuz-Münster um 09.30 Uhr. Mit dabei ist auch der Münsterchor mit zahlreichen klassischen und modernen Gesängen. Wegen der Baustelle vor der Kirche geht es nach der Messe auf den Parkplatz vor dem Kapuziner, wo ab 11.00 Uhr die Stadtkapelle spielt und ab 11.30 Uhr wieder ein Mittagessen angeboten wird. Um 14.30 Uhr plant der Kindergarten Himmelreich eine Aufführung, für die Kinder gibt es Kinderschminken und eine Spielecke, für Erwachsene bietet die Aktion „Eine Welt“ einen Verkauf an . Auch der Bücherkeller im Gemeindezentrum ist geöffnet. Es ist also wieder einiges geboten, um an diesem Tag als Gemeinde zusammenzukommen und neue Menschen kennenzulernen. Wie es der Zufall will, findet am selben Tag abends um 19.00 Uhr in der Predigerkirche das zweite Taizégebet des ökumenischen Taizéteams statt, welches diesmal die evangelischen Christen verantworten. Herzliche Einladung also zu einem reichen Tag umrahmt von zwei geistlichen Eckpunkten.
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