Impulse und Mitteilungen
Hier finden Sie „Orientierung“: Impulse und Mitteilungen der Kirchengemeinden Rottweils über aktuelle Themen, Anstöße für den Alltag und Hinweise zu bevorstehenden Festen. Alle Artikel erscheinen alle zwei Wochen in der Samstagsausgabe des Schwarzwälder Boten.
Orientierung 09 vom 02. Mai 2026
Impulse für den Alltag
Gott ist größer auch als die Kirche
- Von Michael Becker
In den Medien ist es nur noch eine Randnotiz, wenn der Papst über Sexualität spricht, zu weit entfernt voneinander sind die Lebenswelten. Auch die jüngste Meldung, der zufolge der Papst den Bischöfen verboten habe, gleichgeschlechtliche Beziehungen zu segnen, ist kaum der Rede wert.
Und dennoch lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen: Kein Amtsträger segnet, es ist Gott, der segnet und wie ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt, hat sich Gott nicht immer an die Vorschriften seiner Kirche gehalten.
Das begann bereits bei Jesus selber: Sein Umgang mit Frauen, mit „Unreinen“, mit Randgruppen, war für die damaligen Würdenträger undenkbar. Und dennoch hat er es getan, gesegnet. Die Kirche hat in den folgenden Jahrhunderten Gottes Güte eher unter- als überschätzt und so ist damit zu rechnen, dass der Herr auf den Lebensentwurf von homosexuell empfindenden Menschen gütiger sieht als es sein Bodenpersonal wahrhaben will. Bevor sie also erneut Menschen verprellt und verletzt, sollte sie auf Nummer sicher gehen und mit Gottes überschäumender Güte rechnen.
In einer Zeit, in der über 30% der vor der Kirche geschlossenen Ehen scheitern, muss man vielleicht ohnehin neu denken und verkünden. Die katholischen Universitäten entwickeln hier hoffnungsvolle Ansätze für eine neue Sexualmoral. Für heute genügt es, mit dem Apostel Paulus zu sprechen: Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr einander liebt. Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.
Zeit für die Ruhe nehmen
Wenn Gedanken kreisen und der Kopf nicht mehr ruhig wird
- Von Michael Keller
Alle Jahre wieder: lernen, büffeln, Panik schieben. Die einen nehmen es ganz entspannt, die anderen stehen unter Strom – und wieder anderen ist es egal…Und ich merke: Viele sind irgendwo dazwischen. Hoffend, dass es gut wird.
Ich erinnere mich an meine eigenen Prüfungen. Dieses Gefühl, wenn der Druck steigt. Wenn Gedanken kreisen und der Kopf nicht mehr ruhig wird.
Und ehrlich: Solche Momente gibt es nicht nur in der Schule. Auch im Leben fühlt es sich manchmal so an, als würde alles schwanken. Dabei kommt mir immer wieder die Erzählung von der Sturmstillung aus dem Markusevangelium in den Sinn: Jesus sitzt mit seinen Freunden im Boot. Ein Sturm zieht auf. Wellen schlagen hinein. Angst macht sich breit.
Der Sturm war real Foto Pixabay
Und Jesus? Er schläft. Seine Freunde wecken ihn: „Lehrer! Macht es dir nichts aus, dass wir untergehen?“ (Markus 4,38)
Ich halte diese Frage für sehr menschlich. Genau so fühlt es sich manchmal in Prüfungszeiten an. Aber was macht Jesus in dieser Situation? Er steht auf, spricht – und es wird still. Der Sturm war real. Die Angst auch. Aber mitten darin entsteht Ruhe.
Das nehme ich für mich mit: Nicht jeder Sturm hört sofort auf. Aber ich muss ihm nicht ausgeliefert sein. Gerade in Prüfungen hilft mir das: innehalten, durchatmen, ruhig werden. So wie es schon das alte Sprichwort sagt: „In der Ruhe liegt die Kraft.“. Die Ruhe ist für mich eine Kraft, die ich oft erst spüre, wenn ich mir Zeit dafür nehme. Wenn ich mich rausnehme und aus einer anderen Perspektive auf alles schaue.
Und manchmal hilft mir ein einfaches Gebet: „Gott, schenk mir einen klaren Kopf und ein ruhiges Herz.“
Das ist die leise Botschaft für Zeiten, die uns herausfordern-in der Schule genau so wie im Leben: Dein persönlicher Wert hängt nicht an den Noten, Ergebnissen oder daran, ob gerade alles gelingt. Selbst wenn es stürmt-du bist nicht verloren.
Wallfahrt der Senioren
- Von Dagmar Hezel
Unsere traditionelle Seniorenwallfahrt der Seelsorgeeinheit findet in diesem Jahr am Mittwoch, 10. Juni statt. Sie führt zur Wallfahrtskirche Witterschneekreuz Löffingen. Der Legende nach wurde dieses Kreuz von einem Pilger gestiftet. Er war 1734 in einen Schneesturm geraten. Entkräftet in den Schnee sinkend habe er gelobt, dieses Kreuz zu stiften, solle er gerettet werden. Und tatsächlich fanden ihn heimkehrende Holzfäller und brachten ihn nach Hause. Am ersten Sonntag im Mai begeht die katholische Gemeinde Donaueschingen im Gedenken daran eine Wallfahrt zu dieser Kapelle. Wir werden vor der Feier eines Wortgottesdienstes bei einer Kirchenführung etwas über die interessante Geschichte vom Witterschneekreuz erfahren. Danach fahren wir weiter zum Titisee, wo wir im Restaurant Bergsee zum Abendessen angemeldet sind. Gemeindemitglieder unserer Seelsorgeeinheit und auch Gäste sind herzlich willkommen. Einladungen mit Anmeldeabschnitt liegen in den Kirchen aus oder auf unserer Homepage, se-rottweil-hausen-neukirch.de.
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