Impulse und Mitteilungen
Hier finden Sie „Orientierung“: Impulse und Mitteilungen der Kirchengemeinden Rottweils über aktuelle Themen, Anstöße für den Alltag und Hinweise zu bevorstehenden Festen. Alle Artikel erscheinen alle zwei Wochen in der Samstagsausgabe des Schwarzwälder Boten.
Orientierung 11 vom 30. Mai 2026
Impulse für den Alltag
Filme über Jesus begegnen einem einige.
- Von Michael Becker
Krank sein hat auch seine Vorteile: Da hat man Zeit zum Serien gucken. Derzeit begleitet mich „The Chosen“, eine Serie in 5 Staffeln über Jesus von Nazareth. Gibt es als DVD, aber auch in Netflix. Die erste Staffel mit 8 Folgen habe ich jetzt durch und wenn das so weitergeht, alle Achtung.
Im Laufe der Jahrzehnte begegnen einem ja einige Jesusfilme. In meiner Jugend hat mich besonders der Zeffirelli-Vierteiler Jesus von Nazareth begleitet, später dann Ben Hur, aber auch die Pasolini-Verfilmung „Das erste Evangelium Matthäus“, wenn ich bei der auch eingeschlafen bin.
Aber das hier ist etwas ganz Besonderes. Auf der einen Seite versucht er z.B. eine Heilung nicht so zu deuten, dass sie in unsere naturwissenschaftlichen Schemata passt, ein Aussätziger sieht zu, wie seine Geschwüre verschwinden und das Wasser in Kana verwandelt Jesus tatsächlich in Wein.
Auf der anderen Seite benötigt der Film keinerlei Effekte wie Blitze, himmlische Stimmen oder ähnliches, er setzt ganz auf die unnachahmliche Weise Jesu, Beziehung zu leben und dadurch alles heil werden zu lassen. Und das rührt an, Taschentücher bereitlegen, Ist angesagt.
Wie er beispielsweise den Zöllner Matthäus gewinnt, der über drei Folgen hinweg mit sich ringt und in der 7.Folge seiner Zwanghaftigkeit endlich entkommt, alles stehen und liegen lässt und Jesus nachfolgt, das ist großartig.
So wandert Matthäus in Designerklamotten neben dem Fischer Simon in zerrissenen Kleidern durch Galiläa, jeder ganz er selbst und doch mit einer Vision. Unbedingt anschauen.
Ist es denn echt so einfach?
Die Frage, ob die Bitte an Gott auch bei Grippeviren funktioniert.
- Von Michael Becker
Zugegeben, verglichen mit den Sorgen manch anderer Mitmenschen ist meine recht harmlos. Aber dennoch, schön wäre es, wenn es klappt. Heute ist Dienstag, 19.05. Ich liege mit einer Grippe im Bett oder schleppe mich durch die Wohnung. In 4 Tagen, am kommenden Samstag, 23.05. wollen wir in Urlaub fahren, alles ist gebucht und vorbereitet, wir freuen uns schon lange drauf.
Gerade lese ich im Evangelium bei Johannes: „Was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das wird er euch geben. … Bittet und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.“ Ist es denn echt so einfach? Soll ich das einmal ausprobieren? Funktioniert das auch bei Grippeviren und bevorstehenden Urlauben?
Also gut: „Bitte, Herr, gib, dass wir am Samstag fahren können. Gib, dass ich bis dahin wieder so weit gesund bin.“ Ein alter Freund hat eine Kerze für mich angezündet, andere haben mitgebetet, da müsste es doch klappen, oder?
Tja, ich weiß, eine Grippe dauert locker 10 Tage. Was ist, wenn es nicht …? Ich schiebe den Gedanken beiseite, nicht, dass mein Zweifel dann schuld ist, dass es nicht klappt.
Jesus sagte ja immer, wenn ein Gelähmter oder Blinder geheilt wurde: „Siehe dein Glaube hat dich geheilt.“ Oder ist das alles etwas naiv und Jesus hat das etwas geistiger gemeint?
Und was ist mit all denen, die nicht geheilt worden sind? Früher hat man mit Opfern, Schwüren usw. etwas nachgeholfen, auch der Wettersegen am Ende des Gottesdienstes oder die Öschprozession ist ja im Grunde nichts anderes. Mit Ritualen Gott zu etwas bewegen. Letztlich geht es um Vertrauen und um die Frage, wieweit lass ich diese Unsicherheit, dieses Sich selbst verlassen auf jemand anderen wirklich in mein Leben und nicht nur in meine Worte, Rituale und Traditionen? Wie weit schaffe ich es, meine Zweifel über Bord zu werfen?
Heute, wenn Sie diesen Artikel lesen, sitze ich entweder gerade mit Blick über das Meer oder wir sehen uns nachher auf dem Markt. Ich glaube ersteres.
Hilft der Glaube ans Meer? Foto: Peter Weidemann
Unbeugsamen 2 im Kino
- Von Michael Becker
Ich möchte Sie heute auf eine besondere Veranstaltung der katholischen Erwachsenenbildung in Rottweil hinweisen, die sie in Zusammenarbeit mit dem Central-Kino Rottweil am 17.06. um 19:30 im Kino anbietet. Die keb schreibt dazu auf ihrer homepage: Mit seinem Dokumentarfilm-Hit DIE UNBEUGSAMEN setzte Regisseur Torsten Körner den Politikerinnen der Bonner Republik und ihrem Kampf um politische Teilhabe ein filmisches Denkmal – fast 200.000 Zuschauer strömten in die Kinos. Mit der Fortsetzung „Die Unbeugsamen 2 – Guten Morgen, Ihr Schönen!“ wirft er seinen Blick auf die andere Seite des Eisernen Vorhangs und zeichnet ein lebendiges Gruppenporträt ostdeutscher Frauen aus den verschiedensten Gesellschaftsbereichen der DDR. 15 selbstbewusste Frauen erzählen, wie auch im Land der staatlich verordneten Gleichberechtigung trotzdem das Patriarchat regierte und schaffen damit ein kraftvolles Kaleidoskop der Geschlechterbeziehungen im Arbeiter- und Bauernstaat. Der Film bietet den beeindruckenden Lebensleistungen der ostdeutschen Frauen und ihrem Kampf um Chancengleichheit eine fesselnde Bühne.
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