Das Licht leuchtet in der Finsternis
Weihnachtsgottesdienste im Heilig-Kreuz Münster
Von Berthold Hildebrand
Die Weihnachts-Gottesdienste im Heilig-Kreuz Münster waren allesamt sehr gut besucht. An Heiligabend hatte die Münstersingschule zum Krippenspiel eingeladen. 30 Kinder der Kleinen Kantorei und Sängerinnen des B-Chores der Mädchenkantorei sangen und spielten das Wachenbuchener Krippenspiel „Gott wird Mensch.“ Seit Anfang Dezember haben sie mit ihrer Leiterin Maxi Fleig und Lisa Hummel das Stück eingeübt. Den musikalischen Part hatte Lisa Hummel. Es war ein modernes Stück.
In der Christmette um 22 Uhr sangen die Münstersängerknaben unter der Leitung von Mike Krell weihnachtliche Motetten und Lieder.
Im Hochamt erklang die Missa brevis in G von Franz Schubert unter der Leitung von Lisa Hummel. Es musizierte das Streichorchester Rottweil zusammen mit dem Münsterchor. Solisten waren Annkathrin Burry und Verena Mink (Sopran), Marcel Raffoul (Tenor) und Sebastian Walser (Bass). Die Orgel spielte Christian Groß.
Pfarrer Jürgen Rieger sagte in seiner Predigt, der Evangelist Johannes erzähle in seinem Evangelium nicht von einer Weihnacht in einer Krippe. Bei ihm gebe es auch keine Hirten, die wegen eines Sterns zu einem Stall kommen, keine Tiere und keine Engel. Er erzähle Weihnachten vielmehr in großen Worten mit den Themen: Licht – Leben – Wort – Fleisch – Herrlichkeit. Rieger sagt, Johannes weiß: Wir brauchen neben der Geschichte des Lukas mit der Krippe und der Beschreibung der Geburt nicht nur schöne und warme Bilder, sondern wir brauchen Hoffnung, die auch schweren Nächten standhält. Johannes beginnt den Evangelientext mit „im Anfang war das Wort…“ und führe uns damit ganz zurück an den Anfang – vor die Schöpfung. Alles, was ist, habe seinen Ursprung in Gott. Und dieses „Wort“ – im Griechischen „Logos“ – sei mehr als Sprache. Es ist und gebe Sinn, Halt und Orientierung. Es geht weiter mit dem Satz „das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ Jeder Mensch kenne Nächte, in denen Sorgen unser Leben schwermachten: Nächte nach einer Diagnose, Nächte voller Konflikte oder Einsamkeit, Nächte, in denen die Zukunft dunkel erscheint. Gerade in diese Dunkelheiten leuchte das Licht Christi hinein. Ein Licht, das stärker sei als jede Finsternis. Und weiter heißt es „er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Dieser Satz treffe uns: Gott kommt – und nicht alle nehmen ihn auf. Auch heute nicht. Wir verpassten ihn, weil wir meinen, er müsse lauter, offensichtlicher, eindeutiger sein. Dabei komme Gott oft in den kleinen Dingen. Und zum Schluss heißt es „allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“ Das sei für ihn der schönste Satz des Evangeliums. Weihnachten heiße: Du bist kein Zufall. Du bist nicht allein. Du bist nicht verloren in dieser großen Welt. Du bist Kind Gottes – gewollt, geliebt, gehalten. Und das gelte nicht nur an Weihnachten, wenn es hell und festlich ist. Es gelte auch morgen – und an jedem Tag danach.
Am Abend beschloss eine feierliche Vesper unter Beteiligung der Männerschola des Münsterchors den Festtag.
Lisa Hummel dirigiert Sänger und Orchester am Weihnachtsmorgen
Foto: Berthold Hildebrand


