Die Heiligen Christopherus, Cäcilia und Hubertus waren Gäste am Fasnetsonntag im Münster

Beim Gottesdienst am Fasnetssonntag im voll besetzten Heilig-Kreuz-Münster war die Freude, ja die „Glückseligkeit“ der Anwesenden spürbar.

Die Predigt, die auf Lesung und Evangelium Bezug nahm, haben Pfarrer Jürgen Rieger, Patrick Mink (Texte) und Marcel Raffoul vorgetragen. Sie hatten auch gemeinsam die Idee dazu entwickelt.

Pfarrer Rieger sagte zu Beginn: „Ja, ich hab jetzt wirklich Glück, denn wenn ich so ins Nordschiff blick, dann seh ich hier zwei Leut herkommen, zwei Prachtsgestalten, von ganz frommen Heiligen, ach ist dies schön, wenn diese gleich nun vor euch stehn.“ Die eine sagte: „ Doch stell ich mich erst kurz mal vor: Ich bin zuhaus auf der Empor, und bin Patronin der Musik, die ist hier wichtig, welch ein Glück. Ich glaub, ihr habt mich gleich erkannt, ich werd Cäcilia genannt.“ Sie machte darauf aufmerksam, dass zur Zeit die Orgel renoviert wird. Und Hubertus ergänzte, dass nur die Hälfte der Orgelpfeifen noch schön geklungen hätten. Cäcilia kam dann auf die Umstrukturierung der Gemeinden zu sprechen: „Drum schaut man in der Gegend rum, welcher Ort und welch Gemeinde wird zum Partner und zum Freunde. „Raumschaft“ heißt das Zauberwort, weit vernetzt und doch vor Ort! Wer schließt sich wo und bei wem an, da kommt`s auf jedes Detail an.“ Der Text der Predigt wurde immer wieder unterbrochen durch den Gesang der Gemeinde mit verschiedenen Strophen des Liedes „Strahlen brechen viele aus einem Licht. Unser Licht heißt Christus. Strahlen brechen viele aus einem Licht – und wir sind eins durch ihn.“ (GL 825) Dieses Lied hat die Vielfalt der Christen und Gemeinden zum Thema, deren Zentrum Christus ist und in ihm alle eins sind. Diese Aussage, dass alle eins in Christus sind, war der Kerngedanke der ganzen Predigt.

Pfarrer Rieger erschien, nachdem er sich umgekleidet hatte, als Heiliger Christopherus und widmete sich als Patron der Reisenden den Rottweiler Umwegen. „Bist du beim Fahren nicht präsent und vielleicht auch leicht verpennt, dann wird es Dir zum Schluss dann schimmern, „Ach Mist, jetzt kam ich an in Zimmern.“  Drum führ ich Euch auf Euren Wegen, ob passend oder ungelegen. Es wird dann nicht mehr Zimmern sein. Ich führe Euch in`s Münster rein.“ Der Heilige Hubertus stellte sich dann mit einer besonderen Geschichte zur Auferstehung-Christi-Kirche vor: „I denk, Ihr Leut, ihr kennt mi schon – Ich bin Hubertus, Schutzpatron von der Jagd und von dem Wilde. I seh`s euch an, Ihr seid im Bilde. Ich komm gerade von AC, do wars vor kurzem gar net schö. Es miefte kräftig, gar net fein. I war am am End mit meim Latein. Trotz Kammerjäger, Weihrauchduft isch älle Arbeit dort verpufft. En Marder fühlt sich dort daheim und geht uns gar net auf den Leim.“ Gottesdienste mussten im Gemeindezentrum gefeiert werden: „Dort drin versammelt war es toll, denn plötzlich war die Kirche voll. Ja dieser Ort, der hatte Charme, es war bequem und auch schön warm.“ Christopherus machte deutlich, dass manche Rottweiler wegen der Baustelle eine Abkürzung durch´s Münster genommen haben: „Ihr seht wohl hier `nen tief`ren Sinn: die Kirche, die ist mitten drin im Leben uns`rer schönen Stadt. Wohl dem der dies verstanden hat!“ Als dritter „Pfarrort“ wurde dann die Altstadt mit St. Pelagius benannt, wo Pfarrer Rieger die Weihnachtsmette feierte. „Die Kirche dort, die war recht voll und Jürgen fand dies auch sehr toll. Beseelt ging Jürgen nach dem Segen, zu seinem Auto schnell entgegen.“ Doch Pfarrer Rieger war eingeparkt und konnte nur nach Hause kommen, weil ein Freund ihn abholte. Am nächsten Morgen im Münster erzählte Pfarrer Rieger die Geschichte und bat, dass jemand ihn bitte in die Altstadt zu seinem Auto bringe. Hubertus übertrug dieses Ereignis auf das Thema „Raumschaft“ mit den neuen Gemeindestrukturen und sah darin auch Positives: “ Wir lernen kennen neue Leute, sehn manches von ner andren Seite.“ Die gegenseitige Wertschätzung fehle leider oft. Deshalb scheint Jesus im Evangeliums die Hochmütigen und uns alle zu ermahnen: „Man fühlt sich selber ganz famos und meint, man ist ganz makellos. Ich glaube Jesus mahnt uns an, seid einfach bitte, Frau und Mann. Fühlt euch nicht super und so spitze, macht über andre keine Witze, denn schaut mal in euch selber rein, dort werden auch viel Schwächen sein. Seid bitte wach, gebt keine Ruh ! Nehmt andre an, geht auf sie zu. (…) Mög diese Neugier nie erlahmen, wünsch ich zur Fasnetszeit Euch !Amen.“

Nicht allein auf die Fasnet bezog sich die Freude, die Glückseligkeit und Begeisterung der Anwesenden, sondern sicher auch darauf, dass Christen von der Liebe Gottes begleitet sind und in diesem Bewusstsein auch auf andere zugehen können. Mehrfacht zeigte der Applaus die begeisterte Zustimmung zu Text und Musik. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von der SE IV –Band unter der Leitung von Patrick Mink. Lisa Hummel spielte am Ende auf der Chororgel und zuvor begleitete sie die Band mit der Geige. Am Ende der Eucharistiefeier waren außergewöhnliche Gesänge der Gemeinde zu hören: „Jucket, ihr Narre“ (Volker Basler/ Robert Kopf), wobei viele schunkelnd sich bewegten, und der Rottweiler Narrenmarsch.

Pfarrer Rieger und Hubertus (Marcel Raffoul) und Cäcilia (Patrick Mink). Foto: Veronika Heckmann-Hageloch

Die liturgischen Dienste beim Vater unser. Foto: Veronika Heckmann-Hageloch