Beginn der Fastenzeit
„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist, und wieder zum Staub zurückkehren wirst“
Gottesdienst am Aschermittwoch, 18. Februar 2026
Zum Gottesdienst am Abend des Aschermittwochs hatten sich im Heilig-Kreuz-Münster für einen Werktagsgottesdienst erfreulich viele Menschen versammelt. Mit diesem Tag beginnt die 40tägige Fastenzeit, die Vorbereitungszeit auf Ostern. Manchen wird dadurch bewusst, dass es ohne Aschermittwoch keine Fasnet gäbe. Bedeutet doch „Fastnacht“ die Nacht bzw. die Tage vor Beginn der Fastenzeit. Im Gottesdienst am Aschermittwoch werden alle Besucherinnen und Besucher mit dem Aschenkreuz einzeln gesegnet. Im Münster teilten Pastoralassistentin Nina Strasser, Gemeindereferentin Sigrun Mei und Vikar Nico Schmid das Aschenkreuz aus. Die Asche wird durch das Verbrennen von Palmzweigen des vergangenen Palmsonntags gewonnen und dadurch wieder an die Vorbereitungszeit auf Ostern erinnert. „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist, und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ sind die eindrücklichen Worte, die zur Austeilung des Aschenkreuzes gesprochen werden. Dieses deutliche Memento Mori erinnert daran, dass wir alle sterben müssen. Die österliche Bußzeit, wie die Fastenzeit korrekt heißt, will zur Umkehr rufen, zur Besinnung auf das, was wirklich wichtig ist im Leben. Die Lesung aus dem Buch Joel machte deutlich, worauf es ankommt „…. kehrt um zum Herrn, euerm Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld und es reut ihn das Unheil.“ Und der Apostel Paulus schreibt im zweiten Korintherbrief: „Lasst euch mit Gott versöhnen!… Siehe, jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; siehe, jetzt ist er da, der Tag der Rettung.“ Im Matthäus-Evangelium wurde verkündet: „Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler!…. Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“
In seiner Predigt nahm Vikar Nico Schmid diese Gedanken auf und entfaltete sie mit Überlegungen, die er dem Buch „Lebenslust“ des Theologen und Arztes Manfred Lütz entnommen hat. Was bedeutet Fasten? war die Frage. Oft wird Fasten mit Verzicht erklärt: auf Schokolade, Alkohol, Medien; „Auto-Fasten“ usw. Dabei geht es eigentlich nur um das Ich und die Frage: Was nützt mir? Aber es geht um mehr, es geht um Umkehr. Menschen sollten sich Zeit nehmen für Stille, das Gebet und auch Almosen geben. „Denn man kann sich freuen, weil Gott versprochen hat, uns nie zu verlassen.“ Während der Fastenzeit gilt im Kirchenraum auch das „Fasten mit den Augen“, denn die Flügelaltäre werden geschlossen, so dass die Festtagsseiten nicht sichtbar sind. So ist es z.B. im Münster. Und es gibt auch das „Fasten mit den Ohren“, denn bis Ostern wird das „Halleluja“ nicht mehr gesungen und es gibt kein Orgelspiel am Ende der Gottesdienste.
Veronika Heckmann-Hageloch

