Familien der Heilig-Kreuz-Gemeinde unterwegs in Königsfelden, Brugg und Waldshut

(vhh) Zu einer Fahrt mit Familien hatte die Heilig-Kreuz- Gemeinde Rottweil am 17.10.2026 eingeladen. Eine Gruppe von 42 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen war bei einem Tagesausflug unterwegs in Königsfelden, Brugg und Waldshut. Begleitet wurde die Fahrt von Pfarrer Timo Weber, der den Gottesdienst in der „Gottesackerkapelle“ in Waldshut mit der Gruppe feierte. Organisiert hatte den Ausflug Veronika Heckmann-Hageloch, die auch die Führungen übernommen hat.

Das erste Ziel war die ehemalige Klosterkirche in Königsfelden/ Windisch in der Schweiz. Ein Mord steht am Anfang der Klostergründung. König Albrecht I. von Österreich wurde auf dem Feld in Windisch 1308 von seinem Neffen ermordet. Seine Witwe gründete zum Andenken an ihren Mann das Doppelkloster „Königsfelden“, in dem Franziskaner und Klarissinnen bis zur Reformation 1528 lebten. Zerstörungen und Zweckentfremdung des Klosters überstanden die Glasmalereien wie durch ein Wunder.  Bestattet ist Albrecht, der älteste Sohn des römisch-deutschen Königs Rudolf I. von Habsburg, dem ersten aus der langen Reihe der Herrscher aus dem Hause Habsburg, wie sein Vater im Dom zu Speyer. Die Stammburg der Habsburger befindet sich ganz in der Nähe von Brugg. Hier lebten sie rund 200 Jahre, bevor sie ihr Herrschaftszentrum nach Wien verlegten. Der Zyklus von Glasbildern aus der Zeit um 1330 in diesem schlichten gotischen Kirchenraum, der heute profaniert ist, gilt als weltberühmt. In einer solchen Vollständigkeit gibt es nur wenige Beispiele für erhaltene Farbverglasung der Gotik. Die Schönheit der Farbfenster begeisterte.  Szenen zum Leben Jesu in drei Fenstern in der Mitte des Chores und auch Motive aus dem Leben von Heiligen, besonders zu den beiden Ordensheiligen des Doppelklosters, Franziskus und Klara, sind dort dargestellt. Berühmt ist besonders das Bild der Vogelpredigt des Hl. Franziskus. Ein kurzer Auszug des originalen Textes der Vogelpredigt aus der mittelalterlichen Lebensbeschreibung des Heiligen ließ die Szene lebendig werden. In diesem Jahr wird an den Tod es Heiligen Franziskus 1226, also vor 800 Jahren erinnert. Deshalb wurde am Ende der Führung der „Sonnengesang“ zitiert, ein berühmtes Gedicht, das der Hl. Franziskus am Ende seines Lebens, bei schwerer Krankheit, verfasst hat.

Franziskus-Darstellung „Vogelpredigt“ in Königsfelden (Foto: Veronika Heckmann-Hageloch)

Nächste Station der Fahrt war Brugg, die Schweizer Partnerstadt von Rottweil. Am Bus wurden die Rottweiler begrüßt vom Hans Schilling, Präsident der Kath.Kirchenpflege (entspricht dem Ersten Vorsitzenden des Kirchengemeinderats in Deutschland) und seiner Frau Monika sowie von Regula Keller, Mitglied der Kirchenpflege. Das „Lateinschulhaus“ mit seiner prächtig bemalten Fassade aus dem 17. Jahrhundert hat die Gruppe bewundert. Davor war eine Linde zu entdecken, der Partnerschaftsbaum Brugg-Rottweil. Für die Mittagspause hatten die Schweizer Freunde einen schönen Raum im Reformierten Gemeindehaus in ökumenischer Verbundenheit organisiert, denn alle katholischen Räumlichkeiten waren anderweitig besetzt. Dort war es möglich, das mitgebrachte Vesper zu verzehren und bei Gesprächen zu verweilen. Anschließend konnten alle in Eigenregie das Zentrum von Brugg erkunden.

Ein weiterer Höhepunkt war des Besuch der „Gottesackerkapelle“ in Waldshut, inmitten des Stadtparks gelegen. Dort versammelte sich die Gruppe mit Pfarrer Weber zur Eucharistiefeier. Der außergewöhnliche Raum, in dem sich eine Nachbildung des Heiligen Grabes in Jerusalem befindet, beeindruckte. Die drei Altarbilder (18.Jh.) stammen von  den Brüdern Glückher aus Rottweil, wo sich in der Ruhe-Christi-Kirche Deckenmalereien von ihnen finden. Den Abschluss des Ausflugs bildete ein gemeinsames Abendessen in Waldshut. Der ehemalige Pfarrer von Waldshut, der jetzt in Bad Säckingen wirkt, Ulrich Sickinger, hatte die Orte zu Gottesdienst und Einkehr empfohlen. Er war Schüler am AMG in Rottweil und wirkte auch in Mysterienspielen mit.

Waldshut Gottesdienst in der Gottesackerkapelle (Foto: Veronika Heckmann-Hageloch)

Diese Fahrt sollte es Familien ermöglichen, etwas gemeinsam zu unternehmen und mit anderen Menschen der Gemeinde Kunst, Kultur und Kulinarisches zu erleben. „Diese schönen Kunstwerke in Königsfelden und die Kapelle in Waldshut sind wirklich eine Reise wert.“, darüber waren sich viele aus Rottweil einig.

Mitreisende der Familienfahrt der Heilig-Kreuz-Gemeinde vor der Klosterkirche in Königsfelden.
(Foto: Anna-Sofia Matzioschek)