Der Prozessionsweg an Christi Himmelfahrt

(hil) Das Himmelfahrtsfest wird als eigenständiges Fest 40 Tage nach Ostern seit dem Jahre 370 gefeiert. Schon damals entwickelte sich der Brauch der „Himmelfahrtsprozessionen.“ Beim Evangelisten Lukas und in der Apostelgeschichte ist zu lesen, dass Jesus während der 40 Tage nach seiner Auferstehung den Jüngern erschienen sei und dann in den Himmel erhoben wurde auf den Platz zur Rechten Gottes. Deshalb beten die Christen schon seit dem Jahre 325 im Römischen Glaubensbekenntnis und bis auf den heutigen Tag im Apostolischen Glaubensbekenntnis „Er ist am dritten Tag auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit.“ Die Bibeltexte des Tages künden auch von der Aussendung der Apostel in die Welt. Im Lied Nr. 319 heißt es „Christ fuhr mit Schallen von seinen Jüngern allen. Er segnet sie mit seiner Hand und sandte sie in alle Land.“ Dieser Text lässt sich seit 1150 in Salzburg, 1325 in Klosterneuburg und seit 1529 in Wittenberg nachweisen.

Um 9 Uhr ist Eucharistiefeier mit Beteiligung des Münsterchors im Heilig-Kreuz Münster. Danach stellen sich die Zünfte und die Gläubigen zur Prozession auf, die über die Pfarrgasse, Schulgasse zur 1. Station im Bockshof geht. Dann zieht die Prozession weiter über die Lorenzgasse und überquert die Untere Hauptstraße zur Kameralamtsgasse zur 2. Station im dortigen Garten. Dann geht es weiter zur Hochbrücke und in den Stadtgraben zur 3. Station. Den Abschluss findet der Tag dann im Münster, das über die Suppengasse und die Obere Hauptstraße wieder erreicht wird. Bei schlechtem Wetter wird die Prozession im Münster im Stil einer Monatsprozession gestaltet.

Berthold Hildebrand

Die Apostel verabschieden sich und ziehen hinaus in alle Welt. Ausschnitt vom Bartholomäusaltar im Münster.
FOTO: BERTHOLD HILDEBRAND