Pilgergottesdienst der Seelsorgeeinheit 4

Pfarrer Weber trägt an der 2. Station die Lesung vor

Bei strahlendem Sonnenschein haben sich zahlreiche Gläubige aus der Seelsorgeeinheit 4 Rottweil-Hausen-Neukirch auf den Weg gemacht zu einem Pilgergottesdienst. Von der Auferstehung-Christi Kirche ging es gemäß dem Aufruf „wir lassen uns bewegen und machen uns auf den Weg, um miteinander Gottesdienst zu feiern“ zum Friedhof von Rottenmünster. Erste Station war bei der Kirche. Im Margarita-Linder-Weg fand am Wegkreuz als zweite Station der Wortgottesdienst mit Pfarrer Timo Weber statt. Danach ging es weiter zum Alten Friedhof von Rottenmünster, wo Pfarrer Jürgen Rieger mit den Gläubigen die Messe feierte. Musikalisch wurden die Gläubigen von Marcel Raffoul und Wolfgang Staudinger auf der Gitarre begleitet. Der Tag stand unter dem Motto „Be-geisterung.“ Im Anschluss daran bot der Kirchengemeinderat von Heilig-Kreuz noch die Gelegenheit zu einem gemütlichen Beisammensein bei Getränken und Fingerfood.

Gottesdienst mit Pfarrer Rieger an der 3. Station

Die Pilger auf dem Weg zum Friedhof Rottenmünster (Vorschaubild)   

Foto und Text: Berthold Hildebrand

Münsterchor feiert den 85. Geburtstag von Berthold Hildebrand

Anfang Mai vollendete Berthold Hildebrand sein 85. Lebensjahr. Der Münsterchor nahm dieses besondere Ereignis zum Anlass, seinem langjährigen Vorsitzenden für dessen außergewöhnlichen und jahrzehntelangen Einsatz herzlich zu danken.

Von 1977 bis 2010 leitete Hildebrand die Geschicke des Chores. Gemeinsam mit Peter Strasser bildete er über Jahrzehnte hinweg ein prägendes Tandem. Neben der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste in Heilig Kreuz eröffneten beide dem Chor zahlreiche besondere Aktivitäten, darunter die Aufführung großer oratorischer Werke sowie vielfältige Reisen in das europäische Ausland. Für seine großen Verdienste ernannte der Chor im Jahr 2010 Berthold Hildebrand zum Ehrenmitglied.

Der Vorsitzende des Chores, Patrick Mink, dankte in einer kurzen Ansprache seinem Vorgänger für dessen erfolgreiches und segensreiches Wirken. In seinen Dank schloss er auch Hildebrands jahrzehntelange Tätigkeit als Pressebeauftragter der Heilig-Kreuz-Gemeinde ein, durch die immer wieder auch die Arbeit des Chores ins rechte Licht gerückt wurde und immer noch wird.

Die Ansprache endete mit der Vorführung eines Filmausschnitts von der Reise nach L’Aquila im Jahr 1987. Diese von Berthold Hildebrand organisierte Reise bildete damals einen wichtigen Baustein für die Entstehung der Städtefreundschaft mit der Stadt in den Abruzzen.

Der Geehrte bedankte sich beim Chor für die Ehrung und erinnerte dabei an heitere Begebenheiten aus der Zeit der Entstehung der Städtepartnerschaft.

von links: Patrick Mink, Berthold Hildebrand, Liselotte Hildebrand, Peter Strasser

Bericht: Patrick Mink
Foto: Elisabeth Viereck

 

Am Donnerstag feierten die Christen das Fest Christi Himmelfahrt.

An der Prozession im Münster nahmen die 15 Zünfte teil

Von Berthold Hildebrand

Die Apostelgeschichte berichtet, Jesus sei nach seiner Auferstehung von den Toten noch 40 Tage bei seinen Jüngern gewesen und wurde dann „vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.“ Nach biblischer Überlieferung soll Jesus von der höchsten Stelle des Ölbergs aus zum Himmel aufgefahren sein. Dort steht östlich der Altstadt von Jerusalem seit alter Zeit die Himmelfahrtskapelle. Die Kirche feiert das Fest Christi Himmelfahrt schon seit dem Jahre 370.

Die Heilig-Kreuz-Gemeinde hat den Tag mit einem festlichen Gottesdienst begonnen, der gut besucht war und den der Münsterchor musikalisch mitgestaltet hat. Volker Braun brachte mit seiner Trompete einen besonders festlichen Ton in die Kirche. Vikar Nico Schmid sagte in seiner Ansprache, um Christus zu sehen müsse man nicht in den Himmel schauen. Überall begegneten wir Christus. Die Schöpfung sei Gottes Werk und sein Geschenk an uns. Damit der Himmel offen bleibe, hätten wir hier auf der Erde alle Hände voll zu tun. Wir dürften uns nicht heraushalten aus der Diskussion um die Erde.

Nach alter Tradition sind bei uns mit diesem Tag Flurprozessionen verbunden. Weil das Wetter aber unsicher und genau zum Beginn der Prozession regnerisch war, fand diese im Stil einer Monatsprozession in der Kirche statt. Vikar Schmid zog mit dem kostbaren Kreuzreliquiar, begleitet von den Vertretern der 15 Handwerkerzünfte mit ihren 30 jahrhundertealten Laternen durchs Münster. Vom Ambo aus wurden die einzelnen „Stationen“ gehalten und die Fürbitten vorgetragen. Die Bitten der Gläubigen galten dem Anliegen, dass alle Menschen Arbeit finden und mit einem gerechten Lohn für ihre Arbeit ihr tägliches Auskommen haben. Eine andere Bitte galt den vielen Flüchtlingen auf dieser Welt, die nirgendwo willkommen sind. In einer besonderen Fürbitte gedachte man auch der vielen aktuellen Kriege auf dieser Welt und dem damit verbundenen Leid. Am Ende des Gottesdienstes erteilte Vikar Schmid den Segen mit dem Kreuzpartikel, danach sangen alle das Rottweiler Marienlied.

Vikar Nico Schmid trägt bei der Prozession den Kreuzpartikel

Foto: Berthold Hildebrand

 

Impressionen vom Gottesdienst und der Segnung der Hängebrücke

Pfarrer Timo Weber segnet Nepomuk-Skulptur

Zur Einweihung der Neckarline, dem neuen Wahrzeichen Rottweils, fand mit Pfarrer Timo Weber und Dekan Ulrich Dewitz ein ökumenischer Gottesdienst im gutgefüllten Festzelt auf dem Berner Feld statt. Anschließend wurde die neue Brücke feierlich gesegnet. Dann durften alle Gottesdienstbesucher zusammen mit den beiden Pfarrern in Prozession über die Brücke zum Bockshof gehen. Dort wurde eine Nepomuk-Skulptur enthüllt und von Pfarrer Timo Weber gesegnet. Die Figur hat der Künstler Michael Tomaszus aus Bad Saulgau aus einer Eiche geschnitzt, die im Bockshof für den Brückenbau gefällt werden musste. Projektleiter Roland Haag hat dem früheren Stadtarchivar Winfried Hecht, der inzwischen verstorben ist, auf dessen Bitte versprochen, aus dem Baum einen Heiligen Nepomuk schnitzen zu lassen. Nach der Legende, die zur späteren Heiligsprechung des Johannes Nepomuk führte, entsprang sein Streit mit König Wenzel IV. dem Ansinnen des Königs, Nepomuk solle das Beichtgeheimnis brechen. Demnach habe der Priester dem König nicht preisgeben wollen, was dessen von Wenzel der Untreue verdächtigte Frau ihm anvertraut hatte. Deshalb habe Wenzel ihn foltern und anschließend 1393 von der Prager Karlsbrücke ins Wasser stürzen lassen. Seine Attribute sind das Kreuz und den Finger auf den Mund.

Pfarrer Weber segnet St. Nepomuk an der Hängebrücke

Foto: Berthold Hildebrand

Jesus hat mich eingeladen

Jubilate Deo zum Goldenen Priesterjubiläum von Martin Stöffelmaier

Von Berthold Hildebrand

Martin Stöffelmaier feierte am vergangenen Sonntag in Konzelebration mit Münsterpfarrer Timo Weber den Festgottesdienst anlässlich seines 50-jährigen Priesterjubiläums im Heilig-Kreuz Münster in Rottweil.

Viele Gläubige aus den vier Gemeinden der Seelsorgeeinheit besuchten den Gottesdienst, den der Münsterchor mit verschiedenen Chorsätzen musikalisch für sein Ehrenmitglied gestaltete.

Am Anfang des Gottesdienstes sprach er in unterhaltsamer Form über seine Erinnerungen an die 50 Jahre. Er schilderte kurz seinen Werdegang zum Priester. Er studierte Theologie und Sport. Er erwarb den akademischen Abschluss der Sportwissenschaft. Spektakuläre Berufungserlebnisse habe er nicht gehabt. Er habe aber Personen und Professoren erlebt, die ihn damals bestärkt hätten, bei der Theologie zu bleiben. Am 3. April 1976 empfing er die Priesterweihe und heute vor 50 Jahren feierte er seine Primiz in Schwenningen. Er verbrachte etwas mehr als die Hälfte der Zeit seines priesterlichen Wirkens als Direktor des Bischöflichen Gymnasial-Konvikts und Studienheims St. Michael, als Münsterpfarrer und als Dekan in Rottweil. Schließlich wurde er noch Sprecher des Priesterrats unserer Diözese. Die Zeiten steiler Hierarchien in unserer Kirche seien vorbei. Er hoffe auf eine Öffnung der Ämter für Männer und Frauen gleichermaßen. Er schätze alle, die trotz mancher Skandale nicht aus der Kirche austreten, sondern dabeibleiben. Die Botschaft des Evangeliums sei nach wie vor für ein gelingendes Leben hilfreich. In seine Zeit fiel die grundlegende Renovierung des Heilig-Kreuz Münsters. Beginnend mit der Dachsanierung, der Außensanierung und der Innenrenovation hat er alles maßgeblich begleitet und zu einem guten Abschluss gebracht. Er dankte auch für die intensiven ökumenischen Kontakte und erinnerte an die Unterzeichnung der Charta Ökumenika im Jahr 2006. Fester Bestandteil seiner Erinnerungen seien die Kirchenmusik und die verschiedenen Chöre, die für ihn immer eine zentrale Rolle spielten. Von Bedeutung seien für ihn auch die Traditionen aus frühesten Epochen der Stadtgeschichte sowie die Feier liturgischer Festtage und die Pflege des Zunftwesens. Dankbar sei er in der Rückschau für alle Erfahrungen, die er in sportlichen Wettkämpfen als Leichtathlet machen konnte. Die entstandenen Kameradschaften seien ihm wertvoll. Er war mit 43,6 Sekunden württembergischer Meister in der 4×100-Meter Staffel. Mit der 4×400 – Meter Staffel stand er im Berliner Olympiastadion auf dem Siegertreppchen.

In seiner Ansprache deutete Stöffelmaier den Text des Sonntagsevangeliums. Für die Jünger aus dem Umfeld des Johannesevangeliums sei die Sache mit dem Auferstandenen noch nicht zu Ende gewesen. In der dritten Erscheinung am See von Tiberias gehe es um eine Erfahrung, die uns selber zugemutet wird. Es werden die anwesenden Jünger erwähnt. Es sind sieben an der Zahl. Fünf von ihnen sind namentlich genannt, zwei sind unbekannt und das könnten wir selber sein. Es ginge auch um uns, wenn wir diesen Erscheinungsbericht hörten.

Petrus fährt zum Fischen auf den See hinaus, die anderen fahren mit. Wie jeden Tag. Da begegnet ihnen Jesus am See und sie erkennen ihn nicht. Und das schon zum dritten Mal. Das sage uns, dass wir Gott nicht an außerordentlichen Orten begegnen, sondern im Alltäglichen und ganz Normalen. Die Jünger sind bei Nacht auf dem See. Am anderen Ufer erkennen sie eine unbekannte Person. Eine Person zu sehen bedeute jedoch noch nicht, sie zu kennen. Er fragt die Jünger, ob sie etwas zu essen hätten. Sie verneinen. Es sei eine schlimme Erfahrung, im persönlichen Leben feststellen zu müssen, dass ich nichts habe, was ich einem Mitmenschen geben könnte. War alles in meinem Leben vergeblich?  Sich so etwas einzugestehen sei schwer. Wer es aber kann, komme zu einer wichtigen Selbsterkenntnis: zur Wahrheit über sich selbst. So sei es möglich, immer wieder von vorne anzufangen. Jesus lädt seine Jünger zum gemeinsamen Mahl. Darin erkennen sie ihren Herrn. Sie wissen jetzt, wer er ist, sie müssen ihn gar nicht mehr fragen. So führe die Erkenntnis über sich selbst zu dieser Person am Ufer des Sees Tiberias. Sie habe einen Namen und eine Verheißung: „Es ist der Herr.“

Auch Bischof Klaus Krämer und Weibischof Thomas Maria Renz schickten Grüße und bedankten sich für 50 Jahre Treue zu seiner priesterlichen Berufung und für sein überaus großes Engagement für unsere Diözese.

Im Anschluss an den Gottesdienst nutzten viele Gläubige noch die Gelegenheit, Stöffelmaier persönlich zu seinem Jubiläum zu beglückwünschen.

 

Fotos: Martin Stöffelmaier beim Jubiläumsgottesdienst

Fotos: Berthold Hildebrand

 

 

 

Geschaffen für das ewige Leben – in der Herrlichkeit Gottes / Ostern im Münster

Bunte Palmen zum Einzug

Kreuzweginstallation von Tobias Kammerer im Heilig-Kreuz Münster

Von Berthold Hildebrand

Die Reihe künstlerischer Beiträge im Heilig-Kreuz Münster in Rottweil zum Thema Ostern wird mit der Kreuzweginstallation des Rottweiler Künstlers und international bekannten Kirchenmalers Tobias Kammerer fortgesetzt.

Pfarrer Timo Weber begrüßte bei der Vernissage die überaus zahlreich erschienene Gemeinde. Christian Groß umrahmte die liturgische Veranstaltung musikalisch an der Orgel. Eine Erläuterung der temporären Kreuzweginstallation gab Vikar Nico Schmid. Er referierte darüber, wie Kunst und Theologie sich gegenseitig brauchen und ergänzen. Papst Paul VI. sagte, der Kunst käme die Aufgabe zu, die Schätze aus dem himmlischen Bereich des Geistes zu erfassen und den Menschen in Worten, Farben und Formen zugänglich zu machen. Das Zweite Vatikanische Konzil sagt, die Kunst sei unbedingt ein Ort, an dem Theologie und Glaube geschehe. Kunst präge und verändere das Verhalten der Menschen. Dazu lade auch die Kreuzweginstallation von Tobias Kammerer mit der ersten Station des Kreuzweges „Jesus wird zum Tode verurteilt“ ein. Jesus steht da, vom besten Freund für dreißig Silberlinge verraten. Der Betrachter kann sich so unter den Spiegel stellen, dass sein Gesicht zum Antlitz Jesu wird. Pilatus werde vom Pöbel zur Verurteilung getrieben, obwohl er von der Unschuld Jesu überzeugt sei. Er fällt ein ungerechtes, politisches Urteil. Wie Pilatus damals stünden auch wir heute oftmals zwischen innerem Wissen und äußerem Erwartungsdruck. Häufig ersetze die Empörung die sorgfältige Prüfung von Fakten. Wir erleben eine Kultur schneller Urteile. Beruflich, politisch, kirchlich, privat. Die erste Station könne also zu einem Spiegel unserer Gesellschaft und unseres Lebens werden. Weiter sagte Schmid: „Im Spiegel des Angesichtes Christi können wir jene Menschen erkennen, die – wie Jesus – ungerecht verurteilt und behandelt werden: von unserer Gesellschaft, unserer Kirche, von uns.“ Doch bevor wir im Spiegel den anderen erkennen, würden wir im Angesicht Christi unser eigenes Gesicht erkennen. „Auch in unserem Leben wird es Situationen gegeben haben und weiterhin geben, in denen wir missverstanden, falsch beurteilt, öffentlich beschämt oder ungerecht behandelt werden“. Der Spiegel mache deutlich: ich kenne beide Seiten – Christus und Pilatus.

Zugleich eröffne die Kreuzweginstallation auch die große Kraftquelle und Hoffnungsperspektive des christlichen Glaubens: Gott stelle sich in Jesus Christus auf die Seite der Verurteilten, er identifiziere sich mit den Menschen, die leiden, die Schmerzen haben, die klagen wegen der Ungerechtigkeit in der Welt, in der Gesellschaft und in der Kirche. In der ersten Kreuzwegstation werde sichtbar, wie weit die Solidarität Gottes mit den Menschen reiche. Der christliche Glaube verkünde einen Gott, der nicht fern über Welt und Geschichte stehe, sondern sich selbst in sie hineingibt, sogar in ihre dunkelsten und finstersten Orte und Erfahrungen. Doch der Kreuzweg führe weiter zum Kreuz – und durch das Kreuz zur Auferstehung, zum Leben. Das mache deutlich, dass nicht das Urteil der Menschen das letzte Wort über Jesus sei, und auch nicht über uns. Die letzte Wahrheit liege im Urteil Gottes, und dieses Urteil sei Gerechtigkeit und Liebe.

Tobias Kammerer erklärte am Schluss noch das blaue Band das darüber hängt und das den Glauben symbolisiere. Man sieht darin drei Farbspuren. Rot stehe für das Martyrium Christi, seine Wunden und seinen Schmerz. Rot ist aber auch die Farbe der Liebe. Sein Opfertod für uns und unsere Schuld sei gleichsam die größte Form der Liebe. Das Violett stehe für die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Jesu letzte Worte am Kreuz waren „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Final kommt ein grünes Farbfeld. Es stehe für die Hoffnung, das Vertrauen auf Erlösung, Auferstehung und die Wiederkehr des verlorenen Paradieses.

Foto 1: Tobias Kammerer betrachtet sein Werk
Foto 2: Tobias Kammerer im Gespräch
Foto 3: Viele Interessierte kamen mit dem Künstler ins Gespräch
Foto 4: Viele Leute kamen zur Vernissage

Fotos: Berthold Hildebrand

 Vom 21. März bis 27. Mai 2026 lädt die Kreuzweginstallation von Tobias Kammerer an der Empore des Heilig-Kreuz-Münsters zum Verweilen und Nachdenken, zum Herausfordern und Zweifeln, zum Hoffen und Beten ein.